Arbeitslosenzentrum: Befähigende Beratung

Das Arbeitslosenzentrum bildet sich gemeinsam mit dem Jobcenter Neckar-Odenwald weiter, damit die gemeinsame Untersüttzung von Langzeitarbeitslosen gestärkt fortgeführt werden kann.

 Mosbach. Wenn es um die Existenzsicherung und das Wohl des Menschen geht, ist es gerade in Krisenzeiten besonders wichtig, dass öffentliche und freie Träger partnerschaftlich und eng zusammenarbeiten. Das Jobcenter Neckar-Odenwald und das Diakonische Werk im Neckar-Odenwald-Kreis fühlen sich diesem Anspruch schon seit einigen Jahren verpflichtet. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sich im Arbeitslosengeld II-Bezug befinden, konnten schon in Vergangenheit von der engen Zusammenarbeit des Arbeitslosenzentrums des Diakonischen Werkes und des Jobcenters profitieren. Trotzdem gab es bei beiden Institutionen die Bereitschaft gemeinsam dazuzulernen. Deshalb betrat man nun „Neuland“ in der Form, dass Sylvia Janusch, Fallmanagerin beim Jobcenter Neckar-Odenwald und Annika Spitzer, Sozialarbeiterin beim Arbeitslosenzentrum des Diakonischen Werkes an einer insgesamt sechstägigen sog. „Tandem-Schulung“ teilnahmen. Diese wurde von Prof. Dr. Rainer Glöckler von der Dualen Hochschule Stuttgart geleitet.

Sowohl die Jobcenter als auch der vom Land Baden-Württemberg geförderten Arbeitslosenberatungszentren haben die soziale und berufliche Beratung in ihrem Leistungsangebot. Deshalb gehörte zu den Inhalten des ersten Moduls die Rolle und das Selbstverständnis des Beratenden sowie die Beratungsstruktur und beratungsfördernde Interventionen. Im zweiten Modul stand die besondere Haltung der motivierenden Gesprächsführung sowie deren Methoden und Techniken im Mittelpunkt. Erstaunlich war hier die Erkenntnis, dass bis zu 40% des Beratungserfolges der Beziehungs- und Vertrauensebene zwischen Klient/in und Berater/in geschuldet sind. Bedeutsam sei auch, sich nicht vorschnell auf Lösungen zu fokussieren, insbesondere dann nicht, wenn sie nicht mit Verhaltensänderungen einhergehen. Als Herzstück der motivierenden Gesprächsführung wird die Veränderungsmotivation (Evokation) gesehen, bei der sehr viel Fingerspitzengefühl seitens der Beraterin gefordert ist, um herauszufinden, wann die Klientin nicht nur zu Veränderung, sondern auch zu konkreten Handlungen bereit ist. Diese werden in der Planungsphase vorbereitet. Hier zeigt die Erfahrung, dass die konkrete Umsetzung dann recht zügig ablaufen kann, wenn zuvor genügend Zeit beim Klienten war, dass die Veränderungsabsicht „reifen“ konnte.

Darüber hinaus konnten die beiden Beraterinnen die Schulung aber auch dazu nutzen, sich untereinander und die jeweiligen anderen Arbeitsbedingungen besser kennen zu lernen. Insgesamt würdigten die beiden Beratungsfachkräfte von Jobcenter und Diakonischem Werk die Schulung als einen Gewinn und als Beitrag für die Weiterentwicklung der guten Zusammenarbeit, die letztendlich der Förderung der ratsuchenden Bürgerinnen und Bürger zugutekommt.

Ansprechpersonen

Herr Goldschmidt 

Frau Hauk 

E-Mail: kasadontospamme@gowaway.diakonie-nok.de | Telefon: 06261 9299-200 

Telefonsprechstunde: jeden Donnerstag, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr 

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