Diakonie-Gottesdienst in Mosbach - Rückblick

Wegschauen? Oder sich kümmern? Mit dieser Entscheidung muss sich jeder auseinandersetzen, der einem Menschen in einer Notlage begegnet. Diese alltägliche Erfahrung stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, bei dem am vergangenen Sonntag in der Stiftskirche Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werks im Neckar-Odenwald-Kreis in ihren Dienst eingeführt wurden. Besonders in den Blick kamen dabei Mitarbeiterinnen, die sich im Rahmen der Diakonie auf vielfältige Notlagen einlassen.

Aufmerksam hinschauen kann eine Welt verändern

vorne: Ulrike Dinkelacker, Nicole Nobel, Ines Neubauer und Bettina Knapp hinten: Guido Ziling, Gerd Otto, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Dekan Folkhard Krall

 

Bettina Knapp, Ines Neubauer und Nicole Nobel haben sich für Berufe entschieden, die das Hinschauen zum Programm gemacht haben. Am Sonntag wurden Sie mit dem Gebet der Gemeinde sowie mit einer Segnung in ihrem wertvollen Dienst willkommen geheißen. In dem großen Team von über 40 Mitarbeitenden des Diakonischen Werks unter der Geschäftsführung von Guido Zilling begleiten und beraten sie Hilfesuchende. Mit Gerd Otto als Vorsitzendem des Aufsichtsrats war es Geschäftsführer Zilling an diesem Sonntag eine angenehme Pflicht, seinen Mitarbeiterinnen mit Handschlag und Blumensträußen für ihr Engagement zu danken.

Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind etwa die Begleitung von Frauen, die nach Jahren der Flucht sich nun an einem neuen Lebensort zurechtfinden müssen und dabei auf Unterstützung angewiesen sind. Zum Dienst der neuen Mitarbeiterinnen zählt dann auch, Menschen freundlich in Empfang zu nehmen und die Orientierung zu erleichtern, wo Hilfe zu finden ist. Und genauso wichtig ist die Begleitung von Ehrenamtlichen, die sich freiwillig in der Begleitung ihrer Mitmenschen engagieren.

Die Mitarbeitenden der Diakonie sind aufmerksam für Menschen, deren „Welt nicht mehr in Ordnung ist“, wie es Dekan Folkhard Krall beschrieb. Dabei erinnerte er an den Weg des Jesus von Nazareth, der sich mit scheinbar unabänderlichen, jedoch zutiefst unmenschlichen Zuständen nicht abfinden wollte.

Leitmotiv des Gottesdienstes wurde so die Erinnerung an eine biblische Szene, in der ein Mensch 38 Jahre auf Heilung warten musste. Was dann zunächst aussieht wie immer, woran sich auch jeder über die Jahre gewöhnt hat: es ist ganz und gar nicht „in Ordnung“, wenn ein Mensch in seinem Elend allein gelassen wird. Und wer so wie Jesus genauer hinschaut, der sieht sich vor die Frage gestellt: Was kann ich selbst für einen Menschen tun, dessen Welt aus den Fugen geraten ist?

Stellvertretend für viele Schicksale von Menschen, die durch Spenden an die Diakonie Unterstützung in schwierigen Lebenslagen erfahren können, erinnerte Dekan Krall an Menschen in weit entlegenen Krisenregionen der Welt. Aber genauso aufmerksam bleibt Diakonie für Menschen ganz in unserer Nähe, wenn etwa ein Ausbildungsweg erfolglos endet, weil eine schwere Erkrankung bewältigt werden muss. Im Rahmen der „Woche der Diakonie“, wird bei einer Haussammlung in den Kirchengemeinden und in den Gottesdiensten am diesem Wochenende und am ersten Juli-Wochenende auch für die Arbeit des Diakonischen Werkes vor Ort um eine Spende gebeten.

Bei einem anschließenden kleinen Stehempfang in der Stiftskirche Mosbach nutzten noch zahlreiche Gottesdienstbesucher die Gelegenheit, ihren Dank an die engagierten Mitarbeitenden und die Verbundenheit mit ihrem Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis zum Ausdruck zu bringen.

(F. Krall)