50 Jahre Diakonieverband für den Neckar-Odenwald-Kreis
Unser Diakonieverband wird 50!
Seit nun mehr als 50 Jahren dürfen wir als soziale Organisation die gesellschaftlichen Veränderungen und sozialen Entwicklungen im Landkreis Neckar-Odenwald und den Kirchenbezirken Mosbach und Adelsheim-Boxberg begleiten und mitgestalten. Die Prinzipien der Nächstenliebe, der sozialen Gerechtigkeit, die Menschenrechte, die gemeinsame Verantwortung und die Achtung der Vielfalt bilden die Grundlage unseres Handelns.
Wir laden Sie ein die Meilensteine unserer Arbeit kennenzulernen und wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Leider ist über die beiden Diakonie-Bezirksstellen in Mosbach und Adelsheim wenig dokumentiert. Aus dem Kirchenbezirk Mosbach ist uns bekannt, dass dort im Jahr 1959 zwei "kirchliche Fürsorgerinnen" eingesetzt wurden, beide übernahmen diakonische Aufgaben für den gesamten Kirchenbezirk. Fräulein Hammel und Fräulein Bajorat nahmen ihre Arbeit zum 15.06.1959 auf, also vor etwa 65 Jahren.
Aus früheren Gesprächen mit kirchlichen Amtsträgern ist bekannt, dass eine zentrale Aufgabe in der Nachkriegszeit die Unterstützung von Vertriebenen war. Bereits damals dürften die Themen (bezahlbarer) Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Überwindung finanzieller Not zentral gewesen sein. Themen, die heute noch in unserem Beratungsalltrag regelmäßig vorkommen.
Dankbar blicken wir auf 50 Jahre Diakonieverband zurück. Unsere Landeskirche und die Verantwortlichen vor Ort in den Kirchenbezirken bewiesen vor über 50 Jahren Weitblick: die beiden Diakonie-Bezirksstellen für den Kirchenbezirk Adelsheim und den Kirchenbezirk Mosbach werden in einem Diakonieverband zusammengefasst. Die Verbandsgründung folgte damit den seit 1973 vorhandenen neuen Strukturen des Neckar-Odenwald-Kreises in unserer Region.
„Diakonisches Engagement für die gerechte Teilhabe der Armen muss stets auch öffentliches Engagement sein. Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Diakonie in den Kontroversen um den Umgang mit Armut, ihre Menschennähe, ihre Kompetenz und ihr moralisches Gewicht in die zivilgesellschaftlichen Debatten einzubringen und für die Korrektur von sozialen Ungleichheiten einzutreten.“ (EKD 2006: Gerechte Teilhabe. Eine Denkschrift)
Die evangelische Kirche hat damit Verantwortung für die Gestaltung des Sozialen im Neckar-Odenwald-Kreis mit übernommen. Seit 50 Jahren begleiten uns die Kirchenbezirke als Diakonieverband und in unserer Arbeit für alle Menschen in unsrem Landkreis. Der Diakonieverband kann damit Grundlage für ein verlässliches Gegenüber sein. Ein verlässliches Gegenüber für das Land Baden-Württemberg, für den Neckar-Odenwald-Kreis und für die Gemeinden und Städten in unserer Region, ebenso für die Kirchenbezirke und Kirchengemeinden und vielen anderen Akteuren im Neckar-Odenwald-Kreis.
Wir blicken auf 50 bewegte Jahre zurück und sind dankbar, mit unserem Anliegen gehört zu werden und Unterstützung zu finden: „Stark für und mit Menschen in unserer Region.“
Die Stärke in unserem schönen Neckar-Odenwald-Kreis sind die kurzen Wege, der enge Austausch und das Verständnis füreinander, letztendlich drückt sich dies auch in den uns anvertrauten finanziellen Mitteln aus, die Grundlage unserer Arbeit sind. Starke Partner sind für uns auch unsere Landeskirche und unser Landesverband, die uns hervorragend unterstützen und uns gute Begleiter sind.
In unserem Leitbild, das wir miteinander erarbeitet und letztes Jahr verbindlich eingeführt haben, halten wir fest:
„Wir sind evangelische Kirche und leben christliche Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Vergebung.
Wir nehmen alle Menschen bedingungslos an und unterstützen sie in leiblicher und seelischer Not. Wir leben eine weltoffene und wertschätzende Haltung. Gemeinsam mit anderen treten wir für menschenwürdige Rahmenbedingungen und eine chancengerechte, gemeinwohlorientierte Gesellschaft ein.“
Wir nehmen alle Menschen bedingungslos an und unterstützen sie in leiblicher und seelischer Not. Wir leben eine weltoffene und wertschätzende Haltung. Gemeinsam mit anderen treten wir für menschenwürdige Rahmenbedingungen und eine chancengerechte, gemeinwohlorientierte Gesellschaft ein.“
Für diese Zusage steht unser Diakonie-Team, das gerade in den letzten Jahren großartiges geleistet hat und auch heute leistet. In unsicheren Zeiten mit all den großen Herausforderungen gelingt es unseren Fachkräften, den Menschen mit ihren Anliegen, Hoffnungen, Sorgen und Wünschen in den Mittelpunkt zu stellen, damit Leben gelingen kann. Ganz herzlichen Dank für diese außergewöhnliche Arbeit für die Menschen und mit unseren Kooperationspartnern.
Guido Zilling und Nancy Gelb
Geschäftsführung
Club "Lumpenglöckle", so haben die Verantwortlichen das offene Begegnungsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen getauft. Viele vergleichbare Begegnungsangebote sind an anderen Orten in den 70er Jahren entstanden, um die Lücke zu schließen, die aus der Arbeit mit Menschen mit psychischer Erkrankung offensichtlich wurde. Das Lumpenglöckle hat spät abends die Mosbacher*innen dazu aufgerufen nach Hause zu gehen, vielleicht hat unser Lumpenglöckle auch die Senior*innen nach Hause gerufen, war dies doch über viele Jahre ein Stück Heimat für Menschen, die nicht selten nach einem Schicksalsschlag Anschluss gesucht hatten.
Sind die Begegnungsmöglichkeiten in Mosbach reichhaltiger geworden oder war es die Unterbrechung durch die Corona-Pandemie, die dann auch das Ende unseres "Lumpenglöckles" bedeutet hatte? Möglicherweise eine Kombination beider Faktoren. Ende 2022 haben wir bei einem schönen Fest diesen Club verabschiedet. Dank der Änderung im Psychiatriegesetz für das Land Baden-Württemberg kann auch für diesen Personenkreis ein individuelles Beratungsangebot gemacht werden, sodass niemand verloren gehen musste.
(Bild, Auszug aus dem Bericht Ausflug nach Stuttgart vom 21.08.1977)

Bereits im Jahr 1988 liegen die Wurzeln unseres Sozialpsychiatrischen Dienstes, der als Schwerpunkt innerhalb der unserer kirchlichen Sozialarbeit entwickelt wurde.
Damit waren wir ganz nah dran an der Entwicklung, Menschen mit psychischer Erkrankung ein ambulantes Beratungs- und Unterstützungsangebot zu machen. Dieses Beratungsangebot, das immer auch aufsuchende Anteile beinhaltete und beinhaltet, wurde ins Leben gerufen, um Aufenthalte in der Psychiatrie zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Die sozialpädagogische Hilfe ermöglicht es Menschen, außerhalb von Einrichtungen weitestgehend selbständig in ihrem Umfeld zu verbleiben und damit belastende Effekte, die mit einem Umzug in eine stationäre Einrichtung verbunden sind, zu vermeiden. Von Beginn an arbeitet der Sozialpsychiatrische Dienst sehr eng vernetzt mit dem medizinischen Hilfesystem, den Sozialleistungsträgern und anderen Akteuren vor Ort und darüber hinaus.
Ausgehend vom Sozialpsychiatrischen Dienst konnten wir weitere Angebote entfalten. Seit vielen Jahrzehnten bieten wir Assistenz Wohnen (bis 2022: ambulant Bereutes Wohnen) und die Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung an.
"Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sind ein wesentlicher Bestandteil kirchlich-diakonischer Arbeit, durch die Menschen erfahren, dass Kirche und Diakonie sich an ihre Seite stellen und sie in existentiellen Konflikten nicht im Stich lassen. Und dabei geht es nicht immer um einen Schwangerschaftskonflikt. Die Schwangerenberatung kann bei allen Fragen rund um Sexualität, Verhütung, Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt in Anspruch genommen werden. Diese exemplarische Aufzählung zeigt, welche intimen Themen angesprochen sind. In einer vielfältigen und immer bunter werdenden Gesellschaft ist das mit recht unterschiedlichen Wertvorstellungen verknüpft." (Diakonie Deutschland: Ergebnis offen. Selbstverständnis der evangelischen Schwangerschaftskonfliktberatung)
Seit 1991 übernehmen wir diese Verantwortung für junge Frauen und ihre Familien in der Schwangerenberatung und in der Konfliktberatung. Während zu Beginn dieses Beratungsangebot an die Psychologischen Beratungsstelle angeschlossen war, wurde es dann der kirchlichen Sozialarbeit zugeordnet. Als staatlich anerkannte Konfliktberatungsstelle stehen wir den Frauen auch in einer ausgesprochen sensiblen und schwierigen Lebensphase bei. Wir sind davon überzeugt, dass die Beratung einen Unterschied macht, gerade auch deshalb, weil wir ergebnisoffen begleiten.
Aus einem Modellprojekt der Landeskirche und der Kirchenbezirke wird ein festes Beratungsangebot. Die Psychologische Beratungsstellen Eberbach, Mosbach und Adelsheim wurden bereits 1973 begründet und als ein modellhaftes Angebot erprobt. Schnell hat sich die Psychologische Beratungsstelle als wichtige Ergänzung zu den seelsorgerlichen Angeboten in den Kirchengemeinden etabliert.
Mit der Weiterentwicklung und Professionalisierung der Psychologischen Beratungsstellen mit den Schwerpunkten der Erziehungsberatung, der Lebensberatung und der angeschlossenen Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung kam die Frage nach der strukturellen Anbindung dieses Beratungsangebots auf. Der Anschluss der Beratungsstellen im Neckar-Odenwald-Kreis an den Diakonieverband vereinfachte Entscheidungsprozesse und brachte die diakonischen Angebote in eine enge Verbindung. Fachlich begleitet von der Landeskirche hat sich ein multiprofessionelles Angebot etabliert, das allen Jugendlichen, Erwachsenen, Familien und Senior*innen im Landkreis offen steht.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Erziehungsberatung sind wir hervorragend mit dem Landkreis und den verantwortlichen Akteuren vernetzt.
(Bild, 50-jähriges Jubiläum der Psychologischen Beratungsstellen im Neckar-Odenwald, 2023)
„Nicht sehen trennt von den Dingen, aber nicht hören trennt von den Menschen. “ (Immanuel Kant)
Die Arbeit mit Menschen, die hörgeschädigt oder gehörlos sind, wird von uns seit 1996 begleitet. Es war uns ein wichtiges Anliegen, diesem Personenkreis ein regionales Angebot machen zu können. Die Erreichbarkeit von Beratungsstellen ist nicht nur für hörgeschädigte Menschen im ländlichen Raum nicht selten eine kaum zu überwindende Barriere, weshalb ein dezentrales Angebot wichtig scheint.
Trotz moderner Technik, die für viele die Kommunikation einfacher macht, bleibt es eine wichtige Aufgabe, auch Menschen zu erreichen, die keinen Zugang zur Technik haben, weil finanzielle oder persönliche Hürden nicht überwunden werden können.
„Das Recht auf Arbeit gehört in den Zusammenhang eines Rechts auf eine menschenwürdige Existenz, zu der auch eine Arbeit gehört, durch die ein Mitglied der Gesellschaft seinen Beitrag für die Gesellschaft erbringt.“ (Franz Segbers, Theologe)
Aus einem Beschäftigungsangebot, das im Rahmen der Gruppenangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen angeboten wurde, entstand die Idee, ein dauerhaftes Beschäftigungsangebot zu organisieren. Teilhabe sollte auch die Teilhabe am Arbeitsleben umfassen. Arbeit kann stützend bei der Tagesstrukturierung wirken und zudem die Möglichkeit eröffnen, sich als Teil der Arbeitsgesellschaft zu erleben, einen wichtigen Beitrag leisten zu können.
Die Gründung einer gemeinnützigen GmbH war ein mutiger Schritt zur Verwirklichung der Teilhabe am Arbeitsleben für viele. Um den über viele Jahre erfahrenen hohen Schwankungen bei der Auftragslage begegnen zu können, haben die Verantwortlichen einen Partner gesucht. Mit der Johannes-Diakonie konnte dieser Partner gefunden werden. Dank der vielfältigen Beschäftigungsbereiche der Johannes-Diakonie konnten Auftragsspitzen von der ISO gGmbH übernommen und damit ein gleichbleibendes Beschäftigungsangebot gewährleistet werden. Seit 2018 ist die ISO gGmbH in alleiniger Verantwortung der Johannes-Diakonie und konnte 2023 ihr 25-jähriges Bestehen feiern.
„Wenn Sie einsam sind, wenn Sie allein sind, befinden Sie sich in schlechter Gesellschaft.“ (Jean-Paul Sartre)
Zum Krankheitsbild von Menschen mit psychischen Erkrankungen gehören häufig Rückzugs- und Vereinsamungstendenzen. Einsamkeit selbst wiederum kann die psychische Erkrankung verstärken, krisenhafte Verläufe befördern.
Im Jahr 2000 wurde die Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung ins Leben gerufen. Die Tagesstätte war und ist ein wichtiges Begegnungsangebot für diesen Personenkreis, denn sie bietet eine Tagesstruktur, verhindert Einsamkeit und lädt in einem geschützten Rahmen ein, sich mit anderen auszutauschen, gemeinsame Bildungsangebote zu nutzen, miteinander zu reden, zu lachen, zu weinen und gemeinsam zu essen. Gerade für alleinlebende Menschen ist die Tagesstätte ein wesentlicher Beitrag zur Teilhabe.
"Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst. Für die Kinder ist es zu mühsam, ihnen immer wieder alles erklären zu müssen."
(Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 - 1944)
Im Jahr 2001 machten wir uns mit dem Landkreis auf den Weg, die präventive Fachberatung für Kindertagesstätten modellhaft zu erproben. Der Ansatz war und ist außergewöhnlich: aufsuchend das Kind in seiner gewohnten Umgebung zu beobachten und das Verhalten zu verstehen, um daraus gemeinsam mit den Eltern und den Fachkräften in den Kitas passgenaue Hilfestellungen zu entwickeln. Hilfen, die im Elternhaus und der Kita Anwendung finden können oder auch Hilfen von anderen Fachstellen, die geeignete Angebote machen können.
Nachdem die Fachberatung sehr schnell gut angenommen wurde und auch andere Kitas Bedarf anmeldeten, wurde schon ab 2005 das Angebot für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis vorgehalten.
Im Dezember 2004 konnte das neu konzipierte Beratungszentrum des Diakonischen Werkes NOK bezogen werden; mit einem Eröffnungsgottesdienst und einem Tag der offenen Tür wurde am 21. Januar 2005 das neue Beratungszentrum des Diakonischen Werkes NOK in Mosbach eingeweiht.
Nachdem sich 2002 bereits abgezeichnet hatte, dass ein „Haus der Kirche“, gemeinsam mit der Kirchengemeinde Mosbach nicht mehr realisiert werden konnte, hatte der Geschäftsführer, in enger Absprache mit dem Dekan, nach geeigneten Räumlichkeiten Ausschau gehalten. Zum Jahreswechsel 2003/2004 war ein geeignetes Gebäude gefunden worden und in enger Kooperation mit dem Evangelischen Oberkirchenrat und dem Architekturbüro Dorbath und Partner die Planung für den Umbau vorgenommen.
Im März 2004 waren die Planungen abgeschlossen, der Bauantrag eingereicht und im April 2004 begannen die Umbauarbeiten.
Anfang Dezember war der Umzug aller fünf Dienststellen vorgesehen; in der zweiten Monatshälfte haben die Beratungsdienste der Diakonie ihre Arbeit im neuen „Beratungszentrum des Diakonischen Werkes NOK in Mosbach“ aufgenommen.
Ein Kraftakt für alle Beteiligten, der mit viel Engagement, mit viel Verständnis Füreinander und Untereinander und mit Gottes Hilfe gut gelungen ist.
Die Zusammenführung der einzelnen Fachteams in ein gemeinsames Haus hat der fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit einen neuen Schub verliehen. Die kurzen Wege haben es insbesondere den Ratsuchenden erleichtert, auch ergänzende Angebote in Anspruch zu nehmen.
Im Jahr 2006 konnten wir einen neuen Standort für unsere Beratungsangebote in Buchen finden. Zentral gelegen mit der Möglichkeit "zu wachsen". Das ehemalige Polizeigebäude, das die Stadt Buchen für uns ertüchtigt und nach unseren Bedarfen zugeschnitten hat, ist seit 18 Jahren unser neuer Standort. Nah bei der Stadt, nah bei der Kirche, gut sichtbar und gut erreichbar, ein idealer Standort für uns.
Ein Glücksfall war es auch, dass wir die Beratungsangebote vom Standort Adelsheim dann 2015 auch in Buchen unterbringen und das 1. OG zusätzlich anmieten konnten. Wir freuen uns auch über die seit 2020 bestehende Nachbarschaft mit der Suchtberatung der Evangelischen Stadtmission im Gebäude, die eine eng vernetzte Zusammenarbeit erleichtert.
„Armut als Dauerzustand ist nicht akzeptabel. Armut tritt immer in der Person des Armen auf,
und diese Person geht jeden an“. (Christa Schäfer-Lichtenberger und Luise Schottroff, 2009)
und diese Person geht jeden an“. (Christa Schäfer-Lichtenberger und Luise Schottroff, 2009)
Mit dem 2010 gegründeten Diakonieladen "Nah dran" haben wir uns auf den Weg gemacht, über die Seelsorge, die Sozial- und Lebensberatung hinaus, ein konkretes Unterstützungsangebot für bedürftige Menschen im Neckar-Odenwald-Kreis zu machen. Der Zuspruch der Kunden und Kundinnen, aber auch die erschienen Armutsberichte des Landes Baden-Württemberg bestätigten uns darin, dass es vielen bedürftige Familien und Einzelpersonen gibt, die gerne das Angebot annehmen und auch darauf angewiesen sind.
Wenn eine neue Winterjacke gebraucht wird, wenn die Konfirmation ansteht, für die noch etwas Gutes zum Anziehen gesucht wird, oder ein Geschenk für den anstehenden Kindergeburtstag zu einem kleinen Preis gesucht wird, dann ist die Chance groß, bei uns im Diakonieladen fündig zu werden.
Ein wenig stolz sind wir darauf, dass uns immer wieder Besucher*innen bestätigen, dass die Atmosphäre im
Diakonieladen besonders herzlich ist und man deshalb gerne gelegentlich zu einem „kurzen Hallo“ vorbeischaut.
Wenn Menschen mit psychischer Erkrankung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Fluchtgeschichte, armutsgefährdete Haushalte und Bürger von „nebenan“, sich im Diakonieladen begegnen, manchmal auch ins Gespräch kommen, ist das nach unserer Vorstellung gelebte Inklusion im besten Sinne. Dass dies gelingt, ist dem gesamten Ladenteam zu verdanken. Nicht nur unsere Hauptamtlichen, sondern auch die vielen ehrenamtliche Helfer*innen tragen ebenso dazu bei, wie Menschen, die vom Jobcenter für eine sogenannte Arbeitsgelegenheit zugewiesen werden oder von der Bewährungshilfe oder Jugendgerichtshilfe uns für Sozialstunden leisten.
(Bild: Auszüge Raumkonzept / Planungskonzept 2009)

Quelle: Diakonie Neckar-Odenwald
Das Jahr 2015 war sicher in gewisser Weise ein herausforderndes. Deutschland hat Herz gezeigt und sich bereit erklärt, viele Menschen, die in größter Not ihr Land verlassen mussten, aufzunehmen. Ein Teil dieser Menschen kam auch im Neckar-Odenwald-Kreis an und haben hier eine neue Heimat gefunden.
Diakonie ist bei den Menschen, die in Not sind und damit war es für uns keine Frage, dass wir auch diesen Personenkreis unterstützen. Von Beginn an erhielten wir den Auftrag des Landkreises, die sogenannte Flüchtlingssozialarbeit für den gesamten NOK zu übernehmen. Die Flüchtlingssozialarbeit wurde für Menschen mit einem Bleiberecht erweitert: seit 2018 sind wir für den südlichen Landkreis im Bereich des Integrationsmanagements tätig.
Auch unsere Landeskirche ging voran und fördert seit 2015 Projektstellen für die Begleitung von Ehrenamtlichen bei den Diakonischen Werken. Einen weiteren großen Schritt machte die Landessynode mit der Entscheidung, dass die Ehrenamtlichen und die Kirchenbezirke über einen längeren Zeitraum finanziell und personell so ausgestattet werden, dass ein flächendeckendes Angebot entsteht. Auch wenn die Förderung teilweise zurückgefahren werden musste, ist die Beibehaltung der kirchlich-diakonischen Fachberatung für die kommenden Jahre ein wertvolles und unverzichtbares Angebot.
Deutschland ist ein Einwanderungsland und wird es auch bleiben. Leider wird diese Tatsache in der finanziellen Ausstattung nicht berücksichtigt. Wo ein verlässliches Angebot dringend notwendig wäre, gibt es jeweils nur kurzfristige "Projektmittel" und damit eine gewisse Unsicherheit in der Perspektive dieser Beratungsangebote. Umso dankbarer sind wir, dass wir auch in diesem Fachbereich ein hoch engagiertes und vielfältig kompetentes Fachteam haben, das sich mit hohem persönlichen Einsatz engagiert.
(Bild: Eröffnung 2022 unserer Außenstelle Nüstenbacher Str. Fachbereich Flucht, Migration und Integration)
Ein ausgesprochen positives Ergebnis aus dem Bürger*innen-Beteiligungsprojekt das die Stadt Buchen mit Unterstützung der Landesregierung auf den Weg gebracht hat, ist zunächst der Mehrgenerationentreff in Buchen entstanden.
Wunsch der Bevölkerung war und ist ein lebendiger Begegnungsort, an dem sich Menschen aktiv einbringen oder einfach nur "vorbei schauen" dürfen. Bereits 2018 konnte die Stadt in ein grundlegend renoviertes Wohnhaus direkt neben der alla-hopp-Anlage mit dem Angebot umziehen, aus dem Mehrgenerationentreff wurde das Mehrgenerationenhaus. Die Zahl der aktiven ehrenamtlichen Menschen konnte in nur 6 Jahren von 30 auf knapp 70 Menschen in 2023 erhöht werden. Im Jahr 2023 wurden somit über 2.840 Stunden ehrenamtlich in das Mehrgenerationenhaus eingebracht. Die Zahl der Besucher*innen ist im gleichen Zeitraum von etwas über 2.000 auf über 9.000 angestiegen. Selbst während der Pandemie gingen dank "Freiluftveranstaltungen im wärmeren Halbjahr" und digitalen Angeboten mit vielen Angeboten per Videokonferenz in der dunkleren Jahreszeit die Besucher*innen nicht verloren.
Es hat sich gezeigt: "Ehrenamt braucht Hauptamt.", Diese außergewöhnlichen Zahlen belegen, dass die gelungene Kooperation zwischen der Stadt Buchen und der Diakonie Teilhabe für viele ermöglicht und ein Gewinn für alle ist. Das Mehrgenerationenhaus schließt eine Lücke und erreicht insbesondere die Menschen, die andere Angebote für sich nicht nutzen können oder nutzen möchten.












