Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 332.500 Menschen eingebürgert. Das sind 14 Prozent beziehungsweise 40.500 Personen mehr als im Vorjahr. Damit überschritt die Zahl der Einbürgerungen erstmals die Marke von 300.000 und stieg bereits das fünfte Jahr in Folge.
Mit 65.600 Einbürgerungen stellten Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit weiterhin die größte Gruppe dar. Ihr Anteil lag bei 20 Prozent aller Einbürgerungen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl jedoch um 21 Prozent zurück. Deutlich gestiegen sind dagegen die Einbürgerungen von Menschen mit türkischer und russischer Staatsangehörigkeit. Beide Gruppen verzeichneten ein Plus von jeweils 51 Prozent. Insgesamt wurden 34.100 türkische und 19.700 russische Staatsangehörige eingebürgert.
Mehr als 70 Prozent aller Einbürgerungen erfolgten im Rahmen der Regelfalleinbürgerung nach mindestens fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland. Weitere 19 Prozent entfielen auf die Miteinbürgerung von Ehepartnern und Kindern. Einen deutlichen Anstieg gab es zudem bei Wiedergutmachungseinbürgerungen für Nachkommen von NS-Verfolgten. Ihre Zahl erhöhte sich um 61 Prozent auf 12.000 Fälle.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zum Zeitpunkt der Einbürgerung lag bei 12,4 Jahren und damit leicht über dem Vorjahreswert von 11,8 Jahren. Syrische Staatsangehörige wurden im Durchschnitt nach 7,9 Jahren eingebürgert, während Personen aus der Türkei und Russland deutlich länger in Deutschland lebten, bevor sie die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten.
Erstmals liegen auch Daten zu Einbürgerungsanträgen vor. Im Jahr 2025 wurden rund 467.400 Anträge gestellt. Gleichzeitig wurden 371.100 Verfahren abgeschlossen. In 90 Prozent der Fälle endete das Verfahren mit einer erfolgreichen Einbürgerung. Nur etwa drei Prozent der Anträge wurden abgelehnt.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die weiterhin hohe Bedeutung der Einbürgerung für die gesellschaftliche Integration.

